Tipps für Arbeitgeber
Lange Zeit bemängelten von hinderlichen Abkommen und Gesetzen gegängelte Arbeitgeber, dass die Zone aufgrund von Tarifverträgen und ähnlich linkem Unsinn für sie immer noch keine von Kohl versprochene “blühende Landschaft” sei. So müssen die armen Arbeitgeber in Sachsen zum Beispiel im Friseurhandwerk horrende Löhne in astronomischer Höhe von 3,06 € (immerhin brutto) pro Stunde zahlen. Schlimmer noch verhält es sich bei meckpomschen Großgärtnern: Ihren frechen Floristen müssen sie sogar 4,85 € zahlen! DA REICHEN JA 160 STUNDEN ARBEIT SCHON AUS, UM ÜBER HARTZ-IV ZU LIEGEN! Versuche, diese arbeitgeberfeindlichen Tarife dadurch zu umgehen, den Angestellten einfach wieder Ost-Mark zu zahlen, waren nicht von Erfolg gekrönt.
Aber es ist noch ein schmaler Streifen Hoffnung am Horizont, der silbrig glänzt wie die verseuchte Skyline von Bitterfeld. Was viele Arbeitgeber nicht wissen: Gerade in der Zone ist es oft gar nicht nötig, überhaupt Tarifverträge abzuschliessen, da vor allem in den ländlichen Gebieten eine politisch motvierte, unglaublich starke Abneigung gegen Gewerkschaften und anderen modernen Unsinn herrscht (Originalzitat Kevin Malitzke, Systemgastronom aus Gera: “Under Adolf hätt´s des nüsch gegeben!”). Hier gibt es Berufszweige, in denen man einem 200-Stunden knüppelnden Idioten weniger Geld zahlen muß, als ein guter Sack Hundefutter kosten würde. Ostalgie mal anders: Wenn es so weiter geht, kann man hier die Zonis bald mit ALDI-Tüten und anderem Müll aus dem Westen bezahlen und dafür noch das gute, alte jus primae noctis geltend machen, wie es sich gehört.
Aber -lesen und staunen sie- es geht auch MIT Gewerkschaft! So können Sie sich als Gutmensch feiern lassen, der sogar so ein großes Herz für Arbeiter hat, dass er mit Gewerschaften verhandelt. Und trotzdem keinen Cent mehr bezahlt, als das Pack wirklich verdient. Wie das gehen soll? Es ist ja IHNEN als Kapitalist überlassen, mit welcher Gewerkschaft Sie verhandeln. Und da sollten Sie es mal mit einer dem Christlichen Gewerkschaftsbund angegliederten Gewerkschaft versuchen. Das Verständnis von christlich-sozialer Gerechtigkeit ist hier nämlich dem der CDU sehr ähnlich und setzt den christlichen Focus eben ein wenig mehr auf das Wohl derer, die eh schon was haben: SIE zum Beispiel. Um die armen Kapitalisten kümmert sich ja sonst niemand…. Und so können Sie dann auch in der Zone, diesem derzeitigen Schlaraffenland für Angestellte, bald wieder angemessene Löhne zahlen, die weit entfernt sind von Stundenlöhnen mit einer Stelle VOR dem Komma. Schließlich machen die Arbeitslosenstatistiken ja vor, wo der Hase lang läuft. Es geht darum ARBEITSPLÄTZE zu schaffen. Niemad spricht davon, dass die Menschen von dieser Arbeit auch noch leben können sollen….
Es ist eine jahrhundertealte Tradition und somit unser gutes Recht, dass wir unseren Wohlstand durch die Armut anderer beziehen. Gerade westdeutsche Kapitalisten sind daher aufgerufen, ihre Arbeitsplätze in Billiglohnländer wie die Ostzone auszulagern. Im Westen sind die Arbeitnehmer einfach noch nicht so weit, alles mit sich machen zu lassen wie eine 5-Euro-Bahnhofsnutte. Aber keine Angst, noch ist nicht aller Kapitalistentage Abend…
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