Heiners Geistesblitz
Vor einiger Zeit machte uns ein Leser unseres feinen Blogs auf einen lustigen Fernsehauftritt des Niedersächsischen Ministers für den ländlichen Raum, Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aufmerksam. Nach Sichtung des betreffenden Videomaterials konnten wir einfach nicht anders und mussten Herrn Hans-Heinrich (“Heiner”) Ehlen perönlich mitteilen, was wir davon halten, auch wenn uns dieses Thema eigentlich hinten vorbeigehen könnte. Aber angesichts halbgarer Ideen, die nur Maskerade für die eigentliche Intention sind, juckte es uns ja schon immer in den Fingern (man erinnere sich an die IG-Stadtgraben). Folglich schrieben wir am 03.07.2008 folgende Mail an Herrn Ehlen, die natürlich unbeantwortet blieb. In einer solchen Position hat man eben anderes zu tun (überlegen, mit welcher bizarren und populistischen Idee ich es mal wieder ins Fernsehen schaffe z.B.), als lächeriche Bürgermails zu beantworten. Wir wollen das unseren Lesern natürlich nicht vorenthalten….
“Sehr geehrter Herr Ehlen,
mit Bestürzung nahmen wir den alljährlichen medialen Sommerloch-Aufguß der Panikmache wegen sog. Kampfhunde auch in diesem Jahr zur Kenntnis. In diesem Zusammenhang haben wir auch Interview-Ausschnitte mit Ihnen z.B. auf Pro7 gesehen, in dem Sie unter anderem einen “Hundeführerschein” in Erwägung zogen. Dies begründeten Sie mit der Aussage, Hunde könnten eine Waffe sein und wer eine Waffe besäße, müsse auch die entsprechende Eignung nachweisen.
Hierzu merken wir folgendes an: Auch ein Küchenmesser KANN eine Waffe sein. Trotzdem würde jeder, der hierfür einen Waffenschein fordert, ungläubige Lacher auf seiner Seite haben. Komischerweise lacht aber angesichts dieser “neuen Welle von Kampfhund-Beißattacken” niemand über den Vorschlag, noch mehr Gesetze zu erlassen. Eben weil es sich ja um diese fürchterlichen Kampfhunde handelt, die ja -glaubt man den Medien- eine ständige Gefahr für uns alle darstellen. Und leider gibt es auch immer wieder Menschen, die auf diesen Populismus-Zug (aus welchen Gründen auch immer) aufspringen und somit in der Öffentlichkeit ein Zerrbild der Realität vermitteln, welches jeden denkenden Menschen erstaunt mit dem Kopf schütteln lässt.
Es ist hinlänglich bekannt, daß GANZJÄHRIG Hunde jeder Rasse leider Menschen verletzen und dass als Kampfhunde diffamierte Rassen hier nicht in Bezug auf die Häufigkeit auffallen, weshalb sich unter anderem auch die maßgeblich an der Entwicklung des sogenannten Wesenstestes beteiligte Frau Dr. Feddersen-Petersen dagegen aussprach, diesen Test auf ganze Rassen anzuwenden. Auch die hinter den populistischen Nachrichten stehenden Fakten sprechen eine eindeutige Sprache, wenn zum Beispiel in einem reißerischen Bericht über die Welle von Kampfhundattacken am Rande und nebenbei erwähnt wird, dass es sich mitnichten um Hunde sogenannter Kampfhundrassen handelte. So geschehen zum Beispiel, als der Angriff einer Deutschen Dogge im Landkreis Wolfenbüttel in einem Atemzug mit der angeblichen Welle von Kampfhundattacken genannt wurde. Darüber hinaus schaffen es zum Beispiel die Attacken “angesehener” Hunderassen nicht mal während des Sommerloches in die Medien, es sei denn, es handelt sich um besonders tragische Zwischenfälle. Jedoch wurden in solchen Zusammenhängen noch NIE z.B. die gesamten Hütehundrassen als besonders gefährlich dargestellt, obwohl sie jede ernst zu nehmende Statistik anführen.
Es ist klar, daß Medien sich insbessondere während des Sommerlochs natürlich möglichst prägnante Aufhänger suchen. Hierzu eignen sich besonders Schock-Namen wie KILLER-Bienen oder eben KAMPF-Hunde. Und jeder weiß auch, dass es so ist und warum. Wir würden uns allerdings wünschen, dass auch und gerade Politiker über solchen Dingen stehen und jenseits populistischer Medienpräsenz agieren. Warum kommt nicht mal ein Politiker auf die Idee, die Dinge beim Namen zu nennen? Das würde seinen Bekanntheitsgrad bestimmt mehr steigern, als auf falschen Hintergründen basierende Sicherheitsversprechen, wie sie jeder macht der, auf diesen Zug aufspringt.
Wenn wir in Bezug auf Haustiere, insbesondere Hunde, 100% Sicherheit anstreben, müssen wir alle größeren Hunderassen abschaffen. Genau so, wie wir zugunsten einer generell 100% sicheren Gesellschaft hart erkämpfte Bürgerrechte opfern müssten. Aber: Wer möchte das ernsthaft?
Hier noch ein paar Tipps für weitere Aussagen, die dem Sicherheitsbedürfnis der Menschen entgegenkommen könnten:
1. Trotz Führerschein für KFZ sterben jährlich tausende von Menschen, oft durch Fahrlässigkeit des KFZ-Besitzers. Forderung daher: Gesetzesänderungen, die den Eignungsnachweis zum Führen von KFZ schärfer regeln, z.B. Führerschein erst ab 25!
2. Jeder Mann KANN ein Vergewaltiger sein, sein Penis somit eine Waffe. Forderung daher: Psychologische Gutachten für jeden Mann bezüglich der gesellschaftlichen Unbedenklichkeit!
3. Gewalttaten finden zum großen Teil innerhalb von Familien statt. Forderung daher: Eignungsprüfung, ob paarungswillige Bürger geeignet sind, zusammen zu leben. Weitere Prüfung bei Kinderwunsch. In sozialen Brennpunkten Kameraüberwachung der betreffenden Wohneinheiten.
4. Ein Großteil aller tödlichen Unfälle findet in der Wohnung statt. Forderung daher: Jedem Bürger seineGummizelle.
Enttäuscht,
Ihre IG-Etenteich“
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Wenn der Ehlen irgendwann im Fernsehen dafür eintritt, alle Männer als potentielle Vergewaltiger und Frauenschläger öffentlich aufm Marktplatz Eier und Hände abhacken zu lassen, dann hol ich mir von dem n Autogramm…
…schreibt er das dann eigentlich als Mann mit dem Fuß?